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MESSUNG · OKTOBER 2026

Wie gut sind die Websites der Wiener Lokale?

Technisch meist in Ordnung, am Handy aber langsam: Wir haben die Websites von 323 Restaurants, Cafés und Bars in Mariahilf, Neubau und der Josefstadt gemessen. Fast alle sind verschlüsselt und handytauglich. Doch im Labortest erscheint der wichtigste Inhalt im Mittel erst nach 7,2 Sekunden, und nur jede achte Seite schafft Googles Wert für gut.

Wer ein Lokal sucht, schaut zuerst aufs Handy: Speisekarte, Öffnungszeiten, Weg dorthin. Wir wollten wissen, wie gut die Websites der Lokale in drei innerstädtischen Bezirken das schaffen, und haben im Herbst 2026 nachgemessen. Die Methode steht unten, damit jeder die Zahlen einordnen kann. Messung und Text: Michael Gell, Werbeagentur in 1150 Wien, Stand 4. Oktober 2026.

LOKALE
323
im 6., 7. und 8. Bezirk
LADEZEIT
7,2 s
im Mittel am Handy (Labortest)
GUT
12 %
schaffen höchstens 2,5 s
OHNE WEBSITE
20 %
inklusive nur Social Media

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Jedes fünfte Lokal hat keine eigene Website. 14 Prozent haben gar keine, weitere 6 Prozent verweisen nur auf Facebook oder Instagram.
  • Die Grundtechnik stimmt meistens. 95 Prozent der Websites sind verschlüsselt, 93 Prozent passen sich an das Handy an.
  • Aber sie sind am Handy langsam. Im Labortest mit Handy-Simulation erscheint der wichtigste Inhalt im Mittel erst nach 7,2 Sekunden. Nur 12 Prozent schaffen den Wert, den Google als gut einstuft, also höchstens 2,5 Sekunden. Bei 36 Prozent dauert es länger als 10 Sekunden.
  • Die Seiten sind schwer. Eine Lokal-Website wiegt im Mittel 2,6 Megabyte. Jede vierte ist schwerer als 5 MB, jede zehnte schwerer als 10 MB. Meist liegt das an großen, nicht verkleinerten Fotos und Videos.
  • Jede siebte Seite springt beim Laden. Bei 15 Prozent verschieben sich Inhalte, während die Seite lädt. Wer schnell tippt, trifft daneben.
  • Rund ein Prozent zeigt Fremdes. Bei 2 von 252 geprüften Websites sahen wir fremde Inhalte: einmal Werbung für Online-Casinos, die jeder Besucher sieht, einmal Spam, der nur Suchmaschinen gezeigt wird. Beide Betreiber dürften davon nichts wissen.

Warum zählt das für ein Lokal?

Die meisten Gäste kennen ihr Lokal schon und suchen es beim Namen. Dann muss die Website in Sekunden liefern, was sie wissen wollen: Ist heute offen? Was gibt es? Wie komme ich hin? Sieben Sekunden Warten am Handy sind lang. Wer zwischen zwei Lokalen schwankt, nimmt oft das, dessen Seite zuerst da ist.

Dazu kommt Google: Die Ladezeit am Handy gehört zu den Werten, mit denen Google die Nutzererfahrung einer Seite bewertet. Und eine gehackte Seite kann aus den Suchergebnissen fallen oder mit einem Warnhinweis erscheinen, ohne dass der Wirt es merkt.

Was können Wirte selbst tun?

  1. Am eigenen Handy testen. Die eigene Seite im Mobilfunknetz aufrufen, nicht im WLAN, und mitzählen, bis Öffnungszeiten und Speisekarte zu sehen sind.
  2. Fotos verkleinern. Ein Handyfoto hat oft 4 bis 8 MB, auf der Website reichen 200 bis 400 KB. Das ist der größte einzelne Hebel.
  3. Das Wichtigste nach oben. Öffnungszeiten, Telefonnummer zum Antippen und Speisekarte gehören in den ersten Bildschirm.
  4. Speisekarte als Text statt nur als PDF. Text lädt schneller, ist am Handy lesbar und wird von Google gefunden.
  5. Die eigene Adresse im Blick behalten. Die Domain jedes Jahr verlängern und die Zugänge sichern. Läuft sie aus, kann sie jemand anderer kaufen und Fremdes darauf stellen, während Google-Eintrag und Speisekarten-Aufsteller weiter dorthin verweisen.
  6. Kostenlos prüfen. Unter pagespeed.web.dev zeigt Google selbst, wie schnell eine Seite am Handy lädt.

Wie haben wir gemessen?

  • Auswahl: alle Lokale aus Google-Maps-Suchen nach Gastronomie in 1060, 1070 und 1080 Wien (September 2026), ohne geschlossene Betriebe: 323 Restaurants, Cafés und Bars.
  • Zählweise, Schritt für Schritt: 323 Lokale erfasst. 46 davon ohne Website-Eintrag, 18 verweisen nur auf Facebook oder Instagram, bleiben 259 mit eigener Website-Adresse. Für den Vergleich auf fremde Inhalte wurden doppelte Adressen zusammengefasst, das ergibt 252 geprüfte Websites. Beim Technik-Abruf im September antworteten 229 davon normal (die übrigen blockierten automatische Abrufe, leiteten fehlerhaft weiter oder waren nicht erreichbar). Von diesen 229 lieferten 224 eine auswertbare Ladezeit-Messung. Jede Prozentzahl oben bezieht sich auf die jeweils passende dieser Gruppen.
  • Ladezeit: Google Lighthouse 12 im Handy-Modus mit simuliertem, langsamerem 4G-Netz und einem Mittelklasse-Handy, gemessen an der Startseite, 224 auswertbare Messungen, Oktober 2026. Das ist ein Labortest: Echte Besucher mit schnellem Netz sind oft schneller, die Unterschiede zwischen den Seiten bleiben aber aussagekräftig. Grenzwerte nach Google für den Largest Contentful Paint: gut bis 2,5 Sekunden, verbesserungswürdig bis 4 Sekunden.
  • Technik: Verschlüsselung und Handy-Ansicht per automatischem Abruf, September 2026.
  • Fremde Inhalte: Jede Startseite und zwei Unterseiten wurden einmal als normaler Besucher und einmal als Suchmaschine abgerufen und verglichen, Auffälligkeiten von Hand nachgeprüft, Oktober 2026.
  • Nicht gemessen: Inhalte, Gestaltung, Barrierefreiheit und echte Besucherzahlen. Die Auswahl steht für drei innerstädtische Bezirke, nicht für ganz Wien. Einzelne Betriebe nennen wir nicht.

Und die Website Ihres Lokals?

Viele der Tipps oben können Sie selbst umsetzen. Wenn Sie wissen wollen, wo Ihre Seite steht, oder lieber gleich eine neue möchten, die am Handy schnell lädt, sprechen wir gerne darüber. Sie sehen dabei zuerst einen kostenlosen Entwurf. Mehr dazu unter Website erstellen lassen in Wien.